Im Gegensatz zu seinen Artgenossen fand Kimimaro keine Lust an Kämpfen oder Tötungen und betrachtete seine eigene Stärke lediglich als Gelegenheit, jemandem nützlich zu sein. Er blieb stets ruhig, zurückhaltend und absolut gefasst, widmete sich ganz der ihm übertragenen Aufgabe. Tief in seinem Inneren war er ein sanfter Mensch – als Kind vermied er es, Schmerzen zuzufügen an diejenigen, die nicht an seinen Kämpfen beteiligt waren, und behandelte Blumen mit Zärtlichkeit. Diese innere Wärme zeigte sich besonders neben Jūgo, den er in Momenten unkontrollierter Wut beruhigen konnte und ihm dadurch ein wahrer Freund wurde. Nach seiner Begegnung mit Orochimaru erfüllte bedingungslose Hingabe seinem Herrn sein ganzes Wesen, wodurch Dienst zur einzigen Rechtfertigung seines Lebens wurde. Er wandte sich nicht dagegen, ein physisches Gefäß für Orochimaru zu werden, und betrachtete dies als höchste Form der Dienerschaft. Als die Krankheit ihm diesen Wert nahm, weinte Kimimaro lautlos, weil er das Ende des letzten Sinns empfand. Dennoch zwang er selbst am Rande des Untergangs seinen Körper durch bloßen Willen zur Bewegung, weiterkämpfend mit erschreckender Unnachgiebigkeit. Gaara verglich seinen Blick mit den Augen von Sasuke – den Augen jener, die verzweifelt nach Beweisen ihrer eigenen Existenz suchen. Er urteilte rasch und konnte „Müll-Ninja“ nicht leiden, drohte hin und sogar Kameraden zu töten, wenn diese eine Aufgabe versagten. Dennoch lebte in ihm ein eigenartiges Ehrengefühl: Er hielt den Kampf an, um Lee das Trinken der Medizin zu ermöglichen, ohne den wahren Inhalt des Fläschchens zu ahnen. Kimimaro zeigte kaum Emotionen, doch sobald jemand an seinem Glauben an Orochimaru zweifelte, erfasste ihn eine eisige Wut, die an Besessenheit grenzte. Während er Jūgo beruhigte, sagte er, dass Sasuke sein Erbe sein würde, und in diesen Worten klang ein kaum wahrnehmbarer Abschiedsschmerz. Auch wiederbelebt gegen seinen Willen, handelte er mit derselben fanatischen Zielstrebigkeit wie zu Lebzeiten. Letztendlich wurde seine Persönlichkeit von einer schmerzhaften Notwendigkeit bestimmt, ein höchstes Ziel zu finden, das in der Lage wäre, die Leere der absoluten Einsamkeit zu füllen.