Während des Dienstes in der ANBU erlebte Kakashis Charakter grundlegende Veränderungen, indem er sich von einem fröhlichen und frechen Teenager zu einem kalten, zurückgezogenen Profi wandelte. Der Tod von Rin wurde zum Wendepunkt, der seine frühere Weltsicht zerstörte und eine tiefe seelische Wunde hinterließ.
Kälte und Distanziertheit sind die Hauptmerkmale dieser Zeit. Kakashi hörte auf, Emotionen zu zeigen, wurde praktisch gefühllos gegenüber dem, was um ihn herum vorging. Er sprach selten, bevorzugte das stille Erfüllen von Aufgaben jeglichen Gesprächen und Ausdrucks menschlicher Wärme. Sein Blick wurde leer, als ob er durch Menschen hindurchsähe, sie nicht wahrnehmend.
Seine Unnachgiebigkeit gegenüber Feinden zeigte sich in seiner Arbeit. Dank des Sharingan und einem hohen Niveau an Können eliminierte Kakashi Ziele effektiv, ohne Gewissensbisse zu empfinden. Er wurde zum idealen Werkzeug in den Händen des Dorfes – präzise, lautlos und tödlich. Das Pseudonym „Kopierender Ninja“ erhielt in dieser Zeit düstere Konnotationen, denn er kopierte tatsächlich die Techniken der Feinde, um sie mit ihrer eigenen Waffe zu töten.
Das blinde Befolgen von Befehlen ersetzte seinen eigenen Willen. Nachdem er den Sinn des Daseins verloren hatte, stellte Kakashi keine Fragen mehr zur Moral der Missionen, er folgte einfach jeglichen Anweisungen des Kommandos. Dies war seine Art, sich selbst zu bestrafen – Arbeit bis zur Erschöpfung, Hinabtauchen in die Dunkelheit, wo kein Platz für Leid blieb.
In ihm tobte ein Konflikt aus Schuldgefühlen und dem Wunsch nach Wiedergutmachung. Jede Mission, jeder getötete Feind wurde als Versuch wahrgenommen, den Schmerz des Verlustes zu ersticken. Er trug eine Maske nicht nur im Gesicht, sondern auch in der Seele – versteckt hinter Professionalität vor seinen eigenen Dämonen.
Jedoch bewahrte Kakashi auch in dieser dunklen Zeit einen Funken seines früheren Ichs. Die Loyalität gegenüber Kameraden – obwohl stark unterdrückt – bestimmte weiterhin seine Handlungen. Der Vierte Hokage Minato versuchte, ihn ins Licht zurückzubringen, und diese Versuche trugen langsam Früchte, sodass Kakashi sich nicht völlig in der Dunkelheit der ANBU verlor.
Diese Zeit formte bei Kakashi innere Disziplin und Selbstkontrolle, die ein Leben lang anhielten, jedoch auch tiefe psychologische Spuren hinterließ, deren Nachwirkungen sich sogar im Erwachsenenalter zeigten – in seiner Angewohnheit, zu spät zu kommen, seinem lethargischen Ton und dem verborgenen Lächeln der Traurigkeit hinter der Maske.